Eine unheilvolle Kombination ...

Eine Kapitallebensversicherung besteht aus einer Todesfallabsicherung und einem Sparvorgang.

Dass diese Kombination in der Regel (Ausnahmen siehe unten!) keinen Sinn macht, zeigen folgende Fakten:

  • Häufig keine ausreichende Todesfallabsicherung

    Eine ausreichende Todesfallabsicherung ist normalerweise über eine Kapitallebensversicherung nicht erreichbar, da der Beitrag für eine solche Versicherung mit der benötigten Versicherungssumme unbezahlbar wäre. Über eine Risikolebensversicherung kostet der Versicherungsschutz für den Todesfall meistens nur 5% des Beitrages für eine Kapitallebensversicherung mit einem entsprechenden Todesfallschutz.
  • Versicherung und Geldanlage trennen

    Sie sollten 5% für eine entsprechende Risikolebensversicherung bezahlen und 95% bei einer guten Vermögensverwaltung anlegen.
  • Kein lukrativer Sparvorgang

    Der in der Kapitallebensversicherung enthaltene Sparvorgang führt in der Regel zu keiner attraktiven Rendite. Dies liegt zunächst einmal daran, dass der Versicherer relativ hohe Abschluss- und Verwaltungskosten vom gezahlten Beitrag abzieht und er einen weiteren Teil des Beitrages für den Todesfallschutz vereinnahmt. Nur das, was übrig bleibt, wird mit einer Mindestverzinsung von zur Zeit 2,25% vom Versicherer angelegt. Ab dem 01.01.2012 wird der Garantiezins auf 1,75 Prozent gesenkt. Die garantierte Verzinsung des gesamten Beitrages ist folglich wesentlich geringer, sie liegt teilweise unter 1%!!!
  • Große Manipulationsmöglichkeiten der Versicherer

    Die Versicherer brüsten sich zuweilen damit, dass sie mehr als 90% der mit dem Sparanteil der Versicherungsprämie erzielten Überschüsse an die Versicherungsnehmer weitergeben. Fraglich ist jedoch, wie hoch die Bezugsgröße zu diesen 90% ist, denn 90% von 1 € ist natürlich wesentlich weniger als 90% von 1.000.000 €. Die Bezugsgröße können Versicherer jedoch zum Beispiel durch die Bildung stiller Reserven und ähnlicher buchhalterischer Tricks gering halten (manche tollen Hochhäuser stehen mit 1€ in der Bilanz!!!
  • Vorsicht vor Renditeversprechungen

    Versicherungsvertreter versuchen oft mittels Beispielrechnungen, mit reizvollen Rentite-Prognosen und schönfärberischen Ablaufleistungen, zum Versicherungsabschluss zu verführen. Fest steht jedoch, dass man nur mit den wirklich garantierten Leistungen und nicht mit den lediglich prognostizierten Überschüssen rechnen kann. Gerade in letzter Zeit wurden die zukünftigen Überschüsse zum Teil drastisch gekürzt.
  • Ausnahmen

    • Der Abschluss einer Kapitallebensversicherung bei einem günstigen und fairen Anbieter (oft keine deutschen Unternehmen) kann trotz der genannten Nachteile erwägenswert sein, wennman sie zur Tilgung eines Kredites steuerlich nutzbar machen kann (eventuell bei der Finanzierung einer vermieteten Immobilie möglich)
    • man sie im Rahmen einer betrieblichen Altersvorsorge abschließen kann und der Arbeitgeber zumindest einen Teil der Beiträge trägt.}
    TIPP: Trennen Sie Versicherung und Geldanlage!
    Die Texte sind teilweise der Broschüre „Gut und günstig versichert" vom Bund der Versicherten e.V. entnommen.

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